Spot on: The Ocean Cleanup

Es ist an der Zeit für ein Spot on! Hier stellen wir euch nachhaltige Produkte, Organisationen und Unternehmen vor, von denen wir denken, dass sie mit ihren Ideen und Taten einen besonderen Beitrag für die Umwelt leisten. Deswegen verbreiten wir ihre Message und schenken dieser einen Augenblick im „Rampenlicht“, denn sie ist das Wichtigste im Kampf für eine nachhaltigere Welt!

Diesmal geht es um eine Organisation, die mir persönlich sehr am Herzen liegt. Sie ist vielleicht keine Alternative für Plastik an sich, bietet aber vielleicht einen alternativen Ausweg aus unserer Plastikproblematik. Genauer gesagt: Sie möchte unsere Weltmeere von Plastikmüll befreien. Die Rede ist von The Ocean Cleanup.

Die eigentliche Idee ist auf Boyan Slat zurück zu führen, CEO und Gründer von The Ocean Cleanup. Als leidenschaftlicher Taucher war er bei einem Tauchgang in Griechenland entsetzt von der Menge an Plastik im Meer und schon entstand bei ihm die Idee: „Wieso räumen wir das nicht auf?“. Mit damals gerade einmal 17 Jahren gründete er 2013 die Organisation mit dem Anspruch, unsere Weltmeere vom Plastikmüll zu befreien.

CEO und Gründer: Boyan Slat 2012 in seinem zu Hause // Quelle: Erwin Zwart/The Ocean Cleanup

 

Darauf folgten Machbarkeitsstudien, die im Juni 2014 positiv ausfielen. Das Prinzip ist einfach wie genial: Da sich das Plastik in großen Strudeln im Meer sammelt, nutzt man die natürliche Strömung des Wassers, um das Plastik auf eine große schwimmende Plattform zu spülen. So wird das Plastik dort aufgefangen und man kann es rausfischen – und das ganze soll zudem die vielen Meeresbewohner nicht beeinflussen. Innerhalb von 10 Jahren soll so das Plastik in den Meeren um die Hälfte reduziert werden.

So startete 2014 die Crowdfunding Kampagne, wo auch ich das erste Mal auf The Ocean Cleanup aufmerksam wurde. Ingesamt konnten 2.2 Mio. Dollar gesammelt werden. 38.000 Menschen aus 160 Ländern haben dazu beigetragen, dass es bis heute die erfolgreichste non-profit Crowdfunding Kampagne ist. Und ich bin froh mich mit dazu zählen zu können.

Darauf folgten zahlreiche Expeditionen und Untersuchungen. Zwischen November 2013 und Juli 2015 begab sich das Team von The Ocean Cleanup auf gleich sechs Expeditionen und herauszufinden, in welchen Tiefen das Meer von Plastik gereinigt werden muss. Das Resultat: Der Großteil des Plastikmülls befindet sich an der Meeresoberfläche, lediglich kleinere Teile sowie Mikroplastik können durch Bewegung in tiefere Ebenen des Wassers gespült werden. Mit selbstentwickelten Messinstrumenten konnten sie herausfinden, dass die Menge an Mikroplastik exponentiell mit der Tiefe des Wassers abnimmt. Dabei darf aber die Windstärke nicht unterschätzt werden. Das folgende Foto zeigt sehr gut, wie sich die Plastikverteilung in verschiedenen Tiefen verhält, wenn die Windstärke zunimmt.

Quelle: The Ocean Cleanup

 

Da danach immer noch nicht eindeutig klar war, mit welcher Größenordnung an Plastikmüll The Ocean Cleanup zu rechnen hatte, musste Aufklärung her. Diese verschafften sie sich 2015 mit ihrer „Mega Expedition“. 30 Schiffe begaben sich auf die Mission, die erste hochauflösende Karte der Region zwischen Hawaii und Californien.

Auf Grund der Erkenntnisse und Labortests des gesammelten Plastiks, konnten erste Tests mit einem maßstabsgetreuen Modell durchgeführt werden. So war es dann 2016 erstmals Möglich, den offiziellen Prototypen vorzustellen.

Am 22 Juni 2016 war es so weit. Bei dem Launch des Prototypen in Den Haag, Niederlande, wurde der Prototyp zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Ganze konnte man live bei Twitter verfolgen (hier könnt ihr das Event noch einmal sehen). Und das, obwohl es im Vorfeld auch Kritik seitens von Meeresforschern gab. Kim Martini und Miriam Goldstein veröffentlichten nach erscheinen der Machbarkeitsstudien von The Ocean Cleanup ihren eigenen technischen Bericht, in dem sie kritisieren (aber auch den guten Willen loben), dass einige Punkte der Studie inkorrekt bzw. nicht vollständig seien. Ihrer Meinung nach gab es technische Probleme, die sie bezweifeln ließ, dass das Vorhaben tatsächlich funktionieren kann.

Und trotzdem: Noch Ende dieses Jahres wird die erste Reihe von Testpiloten ins Meer geschickt und ich hoffe sehr, dass die Resultate positiv ausfallen. Denn wäre es nicht schön, unser Meer vielleicht eines Tages frei von Plastik zu sehen?

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