Spot on: Smooth Panda – Das Popapier

Hallo ihr Umwelthelden,

Es ist mal wieder an der Zeit für ein Spot on! Hier stellen wir euch nachhaltige Produkte, Organisationen und Unternehmen vor, von denen wir denken, dass sie mit ihren Ideen und Taten einen besonderen Beitrag für die Umwelt leisten. Deswegen verbreiten wir ihre Message und schenken dieser einen Augenblick im „Rampenlicht“, denn sie ist das Wichtigste im Kampf für eine nachhaltigere Welt!

Diesmal geht es um Klopapier! Ja richtig, das gute alte Klopapier. Nur nicht mehr alt – und noch besser!

Aber beginnen wir von vorne: Die Idee entstand bei Karsten bei einem Toilettenbesuch in Bangkok Ende 2013. Dort kam er zum ersten Mal mit Bambusklopapier in Berührung und brachte den Stein ins Rollen. Zusammen mit Simon wurde kurz darauf das Start-Up Smooth Panda gegründet.

Aber warum Bambus?

Wieso Bambus nachhaltig ist, habe ich in meinem letzten Artikel schon reichlich beleuchtet. Also fasse ich die ausschlaggebenden Punkte nur noch einmal zusammen: Schnelles Wachstum ermöglicht den Jungs von Smooth Panda, ihren Rohstoff nach bereits einem Jahr zu ernten. Außerdem benötigen sie für die gleiche Menge Toilettenpapier weniger Anbaufläche als bei Toilettenpapier aus Holz, mal ganz davon abgesehen dass bei der Ernte von Bambus die Pflanze nicht abstirbt, sondern immer wieder neue Stränge nachwachsen. Der Anbau braucht zudem keine Dünger, Pestizide und künstliche Bewässerung.

Das FSC-Siegel ist für Bambus noch relativ selten. Umso erfreulicher also die Tatsache, dass der Bambus für die Produktion von Smooth Panda Klopapier nach eigenen Angaben „zu 100% aus vorbildlich bewirtschafteten Wäldern“ stammt und das Zertifikat FSC® 106855 besitzt.

Doch das ganz große Plus kommt erst noch: Ihr bekommt es komplett plastikfrei! Der Karton ist aus recyceltem Papier, keine lästigen Umverpackungen oder Ähnliches. Ein Geständnis mussten mir die Jungs dann aber doch machen: Der Klebestreifen, mit dem die Kartons zugeklebt sind, die von ihrem Hersteller in China bei ihnen ankommen, ist leider noch aus Plastik. Das liegt aber daran, dass sie einfach noch nicht die richtige Abnahmemenge haben, um den Hersteller zu dem Schritt zu „zwingen“. Das würde dann nämlich bedeuten, dass dieser bei all seinen Kunden Papierklebeband (zwar nachhaltiger aber gleichzeitig teurer) verwendet. Und da es oftmals nur um Geld geht…

Nichts desto trotz, loben Karsten und Simon ihren Hersteller dafür, dass er bereits viele ihrer Wünsche umgesetzt hat wie zum Beispiel die Tatsache, dass die Rollen nicht in Plastik verschweißt werden, was normalerweise eine Laufbandprozess ist.

Das kommt auch nicht von ungefähr: Bei der Herstellersuche haben die beiden viel Mühe auf sich genommen, haben beispielsweise einen Fragenkatalog erstellt der mit der Zeit immer detailreicher wurde. Erst mit Bestehen dieser Fragen haben sich die entsprechenden Hersteller weiter qualifiziert. Zertifikate wurden eingefordert und auch Labortests gemacht um so unter anderem zu Prüfen, ob auch wirklich ungebleichtes Klopapier hergestellt wird. Mit dem FSC sichern sie sich außerdem beim Thema „Faire Arbeitsverhältnisse und Entlohnung“ ab, da es leider nicht möglich ist, ein Fair Trade Siegel zu erhalten. Der Grund dafür ist, dass die chinesische Regierung die Bambusproduktion subventioniert.

Karsten war außerdem vor Ort um sich die Produktionsverhältnisse in China anzusehen und auch für die Zukunft ist für beide ein längerer Aufenthalt geplant, dann wahrscheinlich über zwei Wochen, um sich die Plantage mit eigenen Augen anzusehen. „Trotz dass der FSC da ist, können wir das Ganze nur ruhigen Gewissens verkaufen, wenn wir es selbst gesehen und angefasst haben“, so Simon.

 

Karsten im Bambuswald ihres chinesischen Partners // Quelle: Smooth Panda

 

Und ihre Mühe zahlt sich aus: Herausgekommen ist ein nachhaltiges Produkt, dass mit Frischfasertoilettenpapier konkurrieren kann. Und davon habe ich mich auch persönlich überzeugt und direkt mal eine Bestellung aufgegeben. Es ist tatsächlich sehr weich, etwas gelblich bis beige und riecht minimal hölzern, so würde ich es zumindest beschreiben. Die einzelnen Kartons (ich habe gleich 6 á 8 Rollen bestellt) sind ziemlich niedlich gestaltet und gut trag- und stapelbar. Auch wenn man, mit den Worten meines Freundes, „dafür Abitur braucht“.

 

Mit süßem Panda

 

 

In einer Box sind 8 Rollen

 

 

Die Lagen als Makroaufnahme

 

Recyclingtoilettenpapier oder Bambustoilettenpapier? 

Smooth Panda möchte keine Konkurrenz zu Recyclingklopapier sein. Punkt. Ist es auch nicht. Vielmehr wollen sie eine Alternative zu Frischfasertoilettenpapier aus Holz sein, das in Deutschland vermehrt gekauft wird. Laut der Statistik ihrer Website ist das Verhältnis von Recyclingpapier-Käufern zu Frischfaser-Käufern mittlerweile bei 20 zu 80 Prozent. Eine ziemlich negative Entwicklung.

Dabei wäre es mit dem Kauf von Recyclingpapier, wenn man die Plastikverpackung nicht mitzählt, bereits getan. Deswegen gab es bereits auch Kritik an Smooth Panda, z.B. seitens Rudolf Fenner von Robin Wood im Interview mit der Wirtschafts Woche. „Bambus ist ein genauso wertvoller Rohstoff, wie jeder andere auch“, sagt er und fordert: „Daraus sollte man kein Wegwerfprodukt machen!“ Er behauptet weiterhin, Recyclingpapier sei immer die bessere Lösung. Das will Simon auch überhaupt nicht bestreiten: „Wir geben dem Herrn ein Stück weit recht, denn es ist richtig, dass Recyclingtoilettenpapier bzw. Recyclingfasern immer die bessere Wahl wäre“, und er fährt fort: „Wir haben uns dazu entschieden Frischfasertoilettenpapier herzustellen, da die Nachfrage bei Recyclingtoilettenpapier immer weiter zurück geht.“ Denn ihr ganz konkretes Ziel ist: Dass in Zukunft weniger Bäume gefällt werden.

ZeroWaster würden jetzt eventuell auch komplett gegen Toilettenpapier und Taschentücher als Wegwerfprodukte argumentieren. Stofftaschentücher gab es früher schon und Hygienespülungen sind immer weiter verbreitet. Trotzdem sind diese Produkte noch Teil unseres normalen Alltags und (zumindest für mich) erstmal kaum wegzudenken.

Also vielleicht ist Bambuspapier nicht besser als Recyclingpapier, das sei jetzt mal dahin gestellt. Aber es bietet ganz konkret eine Alternative. Eine Alternative, die meiner Meinung nach durchaus für die Leute, die bisher normales Frischfasertoilettenpapier (UND ICH OUTE MICH JETZT AUCH MAL GANZ FRECH!) gekauft haben, eine gute Gelegenheit bietet, bewusst über das Thema nachzudenken und damit zu sagen: Hey, auch dein Toilettenpapier hat Auswirkungen auf die Umwelt!

Und da wären wir direkt wieder bei der Message. Kritik hin oder her, die Entscheidung trifft sowieso jeder selbst. Aber die Message bleibt. Und im besten Fall bewirkt sie etwas positives.

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