Leben ohne Müll? // + Challenge

Stell dir vor, du musst nie wieder den Müll rausbringen. Nie mehr. Wunschdenken? Nicht unbedingt, denn das Stichwort lautet: Zero Waste Bewegung.

Quelle: Utopia.de
Quelle: Utopia.de

Im Supermarkt hat man es als jemand, der sich um die Umwelt sorgt, oftmals nicht ganz leicht. In der Obst- und Gemüseabteilung klappt es noch ganz gut zu den „unverpackten“ Bananen (insofern man die Schale nicht berücksichtigt) statt zu den Bananen zu greifen, die aus keinem ersichtlichen Grund ganz dringend noch in eine Plastikverpackung gesteckt wurden. Auch Gurken, Äpfel und Orangen kann man noch kinderleicht, die bereitstehenden Plastiktütenspender ignorierend, in den Einkaufswagen verfrachten. Guten Gewissens und mit leicht strafendem Blick geht man dann vorbei am Korb des Nebenmannes, der dringend seine zwei Kiwis noch in so eine Gratis Miniplastiktüte stecken musste, bereit gestellt von einer Supermarktkette, die sich gerade sehr dafür in den Himmel lobt, eigentlich die Plastiktüten abgeschafft zu haben. Dann gibt es noch skurriles, wo man sich am liebsten an den Kopf packen möchte und darauf hofft, dass es einfach nicht so faule Menschen gibt. (Eine kleine Auswahl findet ihr hier. Ob man da weinen oder lachen möchte, ist jedem selbst überlassen)

Doch früher oder später im Verlauf eines Einkaufs, wird es auch für das gute Gewissen langsam schwierig. Wenn man erst einmal darauf achtet, fällt einem doch sehr sehr schnell auf, wie enorm viel Plastik wir da in den Wagen legen. Selbst wenn man für die Packung Käse nochmal losläuft und nach einer plastikfreien Alternative sucht – keine Chance. Auch an der Frischetheke hat man kein Glück, denn auch da gilt das Motto: lieber doppelt einpacken, damit ich das Hackfleisch unterwegs auch an eine Leine binden und über den Bürgersteig nach Hause ziehen kann.

Man hat als Verbraucher an dieser Stelle das elende Gefühl, nichts gegen die Plastikflut tun zu können und sich dem Verpackungszwang unterwerfen zu müssen. Das stelle ich auch häufig mit erschrecken fest, wenn ich durch die Nachbarschaft laufe und die nach Hilfe rufenden und überquellenden gelben Tonnen vor dem ein oder anderen Haus stehen sehe.

Aber ist das auch so?

Die Zero Waste Bewegung beweist das Gegenteil und lässt einen Funken Hoffnung für die Menschheit erglühen. Zero Waste bedeutet, dass man keinen Müll produziert. Und wenn man bedenkt, dass in Deutschland das kommunale Abfallaufkommen pro Kopf im Jahr 2014 bei 618kg lag, können wir diese Leute gut gebrauchen.

Sie kaufen nichts ein, was verpackt ist. Das schaffen sie z.B. mit Hilfe von Jutesäcken, Dosen aus Aluminium, Einmachgläsern und Tüchern. Aber es geht nicht nur um den eigenen Haushalt. Auch in der Bar mit Freunden wird auf den Plastikstrohhalm im Cocktail verzichtet und ihren Coffee to go trinken Zero Waster lieber aus dem mitgebrachten Einmachglas mit Deckel. Die Bloggerin Shia von wastelandrebel.com bekommt dort sogar ihren Müll eines ganzen Jahres hinein. Und sie ist damit nicht die einzige: Im Netz findet man mittlerweile haufenweise Blogs zum Thema Zero Waste und unter den Hashtags #nowaste und #zerowaste findet man bei Instagram und Twitter Bilder und kreative Ideen, wie man möglichst wenig Müll produzieren kann.

Zudem kann man langsam mitverfolgen, wie ganze Läden das Konzept Zero Waste umsetzen. Dort gibt es die Lebensmittel, die wir sonst nur verpackt kennen, in praktischen Spendern und man bringt sich seine „Verpackung“ quasi selbst mit. Will man Nudeln kaufen, so lässt man sein mitgebrachtes Gefäß wiegen und befüllt es dann mit der Menge an Nudeln, die man braucht. Praktisch, singlefreundlich und umweltschonend. Leider gibt es aber noch viel zu wenig dieser Läden, die Lebensmittel unverpackt anbieten. Hier eine Übersicht, wo ihr bereits verpackungsfrei einkaufen könnt:


Natürlich muss man auch nicht gleich No Waster werden, um weniger Müll, vor allem Plastikmüll, zu erzeugen. Man kann durchaus klein anfangen und erst einmal ganz alltägliche Dinge wie z.B. Shampoo und Seife plastikfrei kaufen – so wie ich bereits seit einem Jahr! Ich kaufe festes Shampoo und Seifenstücke bei Lush. Das scheint auf den ersten Blick für viele wahnsinnig teuer zu sein, doch oftmals sind diese Dinge viel ergiebiger als z.B. ein normales Shampoo in der Plastikflasche, schlimmstenfalls noch mit Mikroplastik als Inhaltsstoff.

Es ist relativ einfach, einige Dinge sofort umzustellen, wenn man denn die Motivation dazu hat. Auch auf euren Strohhalm im Cocktail müsst ihr theoretisch nicht verzichten, ihr bringt einfach euren eigenen aus Bambus mit. Aber wer es nicht ganz so schnell angehen möchte, sollte zumindest immer das bewährte Jutebeutelchen dabei haben. Denn auch eine Papiertüte ist letztendlich Müll.



 

Nun möchte ich euch ein wenig anspornen, selbst aktiv zu werden:

Die „Ein-Teil-Challenge“

Ersetzt EIN Teil, dass ihr vorher immer in Plastik verpackt/aus Plastik bestehend gekauft habt, mit etwas unverpacktem. Egal was, es muss mindestens EIN Teil sein. Der Kreativität (und Quantität!) sind keine Grenzen gesetzt. Sollte keine so schwierige Aufgabe sein, oder? Setzt ein Zeichen für die Umwelt und packt mit an. Um euch das ganze vielleicht noch schmackhafter zu machen, verlosen wir unter allen Kommentaren, die uns ein Beweisfoto ihrer Plastikalternative unter diesen Beitrag posten, einen 10€-Gutschein von avocadostore.de, wo ihr viele nachhaltige Produkte finden könnt. (Hier geht’s direkt zu der Kategorie „Plastikfrei leben„)

Die Challenge läuft bis zum 31.12.2016

Viel Spaß und viel Glück!

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