HALM – Der Trinkhalm aus Glas im Test

Willkommen zurück, ihr Umwelthelden!

Am Wochenende erreichte mich ein Päckchen mit Glas-Trinkhalmen von HALM aus Berlin. Da konnte ich es gar nicht abwarten, die stylischen gläsernen Röhrchen direkt auszuprobieren!

Doch zunächst: Wieso Trinkhalme aus Glas?

Nun, im Endeffekt gibt es mittlerweile – sehr zu meiner Freude – viele nachhaltige Alternativen zu Plastiktrinkhalmen. Denn genau diese sind für die Umwelt ein großes Problem, wie ihr hier auf dem Blog nicht zum ersten Mal lesen werdet. Trotzdem möchte ich die Fakten noch einmal kurz für euch zusammenfassen:

Pro Tag werden allein in Amerika 500 Millionen Plastiktrinkhalme produziert und verwendet. Hier kann man sehr stark davon ausgehen, dass die meisten davon weggeworfen werden, da diese Art von Trinkhalm vor allem als Wegwerfprodukt funktioniert. Hochgerechnet auf den weltweiten Verbrauch ist das eine erschreckende Menge Plastikmüll nur durch die Verwendung von Plastiktrinkhalmen. So tragen sie ebenfalls zu den ca. 4,8- 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll bei, die jährlich im Meer landen. 99% davon können wir an der Oberfläche nicht einmal sehen, weil sie sich entweder Unterwasser in einer Wassersäule befinden oder bis auf den Meeresgrund gesunken sind und dort u.A. gefährliche Stoffe wie Bisphenol A (BPA) freisetzen.

Aber nicht nur die Entsorgung ist problematisch: Häufig kann man nicht mit Sicherheit sagen, dass der Plastiktrinkhalm, aus dem man gerade seinen Gin Tonic schlürft, keine gesundheitlichen Risiken birgt. Denn gerade beim Verzehr von Alkohol oder warmen Getränken durch einen Plastiktrinkhalm kann BPA in den Körper gelangen. Und dazu sage ich ganz klar: Nein, danke! Denn das kann sowohl hormonähnliche Wirkungen haben als auch das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen steigern.

Mit diesen negativen Aspekten konfrontiert, hat sich das Team von HALM es zur Aufgabe gemacht, gesundheitlich unbedenkliche und nachhaltige Trinkhalme zu schaffen – und zwar aus Glas! Bisher hatte ich eine Alternative aus Bambus zu Hause und war gespannt, wie mir die Glas Variante gefallen wird. Und an dieser Stelle kann ich bereits sagen: Die Glastrinkhalme von HALM haben es in sich!

Erhalten habe ich ein Probeset mit allen erhältlichen Größen und Formen: 15cm, 20cm und 23cm gerade und ein 23cm gebogener Trinkhalm. Dazu noch eine Reinigungsbürste.

Meine größte Sorge (und mit Sicherheit auch eure erste Frage) war: Sind die nicht zerbrechlich?

Laut Hersteller sind die Trinkhalme aus „extra-stabilem SCHOTT®-Glas gefertigt“. Man soll sie in der Besteckschublade lagern und kann sie in die Spülmaschine stecken, denn auch Metalle sollen den Glashalmen nichts anhaben. Soweit so gut. Doch ganz nach dem Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ habe ich die Beständigkeit der HALM Trinkhalme selbst getestet.

Ich habe sie aus unterschiedlichen Höhen auf’s Laminat fallen lassen, sie vom Tisch kullern lassen (im Altbau keine Seltenheit), sie ziemlich grob in die Besteckschublade geschmissen und sie vielleicht auch mal als Drumsticks missbraucht… Einmal habe ich sie auf dem weißen Tisch im Glas stehend tatsächlich nicht gesehen und dabei umgeschmissen. Mein Fazit? Nicht ein Kratzer! Ehrlich gesagt hat mich das auch eher wenig gewundert, denn sie machen bereits bei der ersten Berührung einen sehr hochwertigen Eindruck.

Das etwas andere Mundgefühl

Beim Trinktest habe ich die Trinkhalme als sehr angenehm empfunden, da es keine Kanten gibt und die Enden schön abgerundet sind. Das Glas fühlt sich sehr angenehm an und vermittelt einem einen hygienischen Eindruck. Am Besten finde ich die absolute Neutralität der Strohhalme. Kein Geruch, kein Geschmack. So kann man sich ganz auf seinen Drink konzentrieren. Da ich gerne aus Trinkhalmen schlürfe, ist das für mich eine echte Bereicherung und auch ein guter Tipp für Menschen, die sonst zu wenig Wasser trinken und das ändern möchten. Trinkhalme for the win!

Das Säubern gestaltet sich unkompliziert: Wie bereits erwähnt können die Glastrinkhalme einfach in die Spülmaschine gesteckt oder mit der mitgelieferten Bürste gesäubert werden. Ich habe den Härtetest mit einem Milkshake gemacht und den Schmutz etwas antrocknen lassen. Etwas Spüli auf die Bürste und nach ca. 5 Sekunden ist der Trinkhalm wieder sauber!

Ihr merkt es schon: Alles in allem gefallen mir die HALM Glastrinkhalme wirklich sehr gut. HALM bietet außerdem ein Täschchen für den Transport auf der Website an. Die Qualität ist hervorragend und stylisch sind die Teile allemal. Mein Lieblingshalm ist definitiv die gebogene Version, da man direkt diese typische „Trinkhalm-Handposition“ dabei einnimmt. Wirkt sehr ergonomisch.

Absolutes Plus ist zudem, dass HALM auf jede Art von Plastik bei der Verpackung und beim Versand verzichtet! Die Versandtasche war auch ganz eindeutig aus recycletem Papier, großes Lob an dieser Stelle. Einziges kleines Manko: Für die längste Version der Trinkhalme mit 23cm zahlt man für 4 Halme inklusive Bürste knapp 20 Euro. Natürlich muss man dabei bedenken, dass die Glastrinkhalme immer und immer und immer wieder verwendet werden können und sollen. HALM möchte sogar, dass die Trinkhalme noch an die Enkel vererbt werden – na wenn das mal nicht nachhaltig ist!

Trotzdem – wenn ich an eine Hausparty denke, wo man dann einige Gäste da hat und allen einen Trinkhalm anbieten möchte, kann das durchaus eine kostspielige Angelegenheit werden. Im Idealfall schafft sich also jeder seinen persönlichen Trinkhalm an, denn auch eine „Ein-Trinkhalm-Variante“ bietet HALM für 5,90€ (in der längsten Ausführung) an! Dann gibt es vielleicht bald B.Y.O.S-Parties (bring your own straw).

Die 15cm Variante
Die 20cm Variante
Die 23cm Variante

Genau dafür kämpft übrigens aus die Organisation Straw Wars. Die Idee dahinter: Gebe als Restaurantbesitzer nicht jedem Besucher einen Strohhalm, sondern nur wenn danach gefragt wird. Vielleicht erinnert ihr euch noch an meine Bitte aus einem vorherigen Post: „Ohne Trinkhalm, bitte!“ Und auch ich muss mich outen, dass auch ich das manchmal vergesse. Wenn der Plastiktrinkhalm dann schon da ist, lohnt es sich auch nicht mehr, da er sonst im Müll landen würde. Bisher machen ausschließlich Londoner Restaurants und Bars bei Straw Wars mit. Wollen wir hoffen, dass sie und alle Anbieter von Alternativen Trinkhalmen wie HALM das Nachhaltigkeitsruder zumindest in diesem Bereich sehr bald rumreißen können.

Jess

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